Mein Liebling raucht zu viel!

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Sie möchten, dass jemand aus Ihrem näheren Umfeld mit Rauchen aufhört. Sie setzen alles daran, damit er oder sie es schafft. Aber die Diskussion wird schnell hitzig.

Wie kann ich meine Frau oder meinen Mann zum Aufhören bringen? Diese Frage wird hier bei Stopsmoking.ch regelmässig gestellt.

Damit der Ausstiegsentscheid eine Chance hat, muss ihn der oder die Raucher:in selber fällen. Die Motivation, die Sucht ein für alle Mal hinter sich zu lassen, muss von der betroffenen Person kommen. Oft nützt es nichts oder ist sogar kontraproduktiv, jemand Nahestehendes um jeden Preis überreden zu wollen. Er oder sie wird denken, dass Sie den Moralfinger aufheben, und quält sich möglicherweise mit Schuldgefühlen.

Aber Ihre Haltung kann indirekt zu einer Veränderung beitragen. Zeigen Sie sich gesprächsbereit. Wagen Sie, ganz vorwurfsfrei zu sich zu stehen; dass Sie diese Gewohnheit sört und dass Sie bereit sind, beim Ausstieg Hand zu bieten. Hier ein paar Tricks, die Ihnen nützlich sein können.

Das können Sie tun

 Das sollten Sie besser unterlassen

Was führt zu einer Veränderung?

Nachstehend ein Auszug aus einem Buch über das Motivationsgespräch (Miller, 2006). Bei dieser Kommunikationsmethode wird die Motivation und die Ambivalenz ins Zentrum des Veränderungsprozesses gestellt:

Offenbar erfolgt eine konstruktive Verhaltensänderung, wenn die Person es irgendwie an die eigenen intrinsischen Werte, an etwas Wichtiges und Herzenswertes knüpfen kann. Die intrinsische Motivation zur Veränderung tritt in einer Atmosphäre der Annahme und Stärkung ein, in der die Person dank einem hinreichenden Sicherheitsgefühl ihrem möglicherweise schmerzhaften Jetzt nachspüren und es mit den eigenen Erwartungen und Wünschen in Beziehung setzen kann.

Oft bleiben die Menschen erstarrt, nicht weil sie unfähig wären, festzustellen, was in ihrer Situation nicht «rund» läuft, sondern weil sie dazu mindestens zwei unterschiedliche Meinungen haben. Um ihr aus diesem Labyrinth herauszuhelfen, muss offenbar ihr Standpunkt ausgelotet, ihren Gefühlen nachgespürt und so herausgefunden werden, was wirklich zählt für sie.

Testimonials auf Stopsmoking.ch

Bryan, 42-jährig:
«Für mich persönlich hätte mir mein Umfeld beim Rauchstopp nicht helfen können, denn er musste von mir ausgehen. Mit 20 habe ich zum ersten Mal mit Rauchen aufgehört, um meinem Umfeld zu gefallen. 18 Monate lang habe ich durchgehalten, dann bin ich eingeknickt! Ich denke, die Unterstützung des Umfelds ist wichtig, nachdem der Schritt gewagt ist. Aber vorher??? Wenn das Umfeld will, dass der/die Rauchende tabakfrei wird, ist es viel zu fest emotional investiert und treibt den Raucher in die «Enge». Das kann nur schiefgehen!
Hingegen scheint es mir wichtig, das nichtrauchende Umfeld dafür zu sensibilisieren, dass das Aufhören nicht in ein paar Wochen geschafft ist… Der Entzug kann Monate dauern! Mein persönliches Umfeld hat ziemlich schnell gemeint, es sei «geschafft», dass ich nicht mehr rauche und hat meine «Aufs und Abs» nicht verstanden. Ich denke, dass ich ohne meine Freunde von Rauchstopp.ch und ihre bedingungslose Unterstützung nicht durchgehalten hätte!

Nicole, 43-jährig
Ich habe Glück gehabt. Als mein Mann wusste, dass ich aufhören will, hat er zuerst aufgehört. Er war achtsam und mitfühlend, verurteilte mich nicht und gab mir keine Ratschläge. Trotz allem ist es für die Angehörigen auf die Dauer sehr schwer zu verstehen, dass das Nichtrauchen eine Anstrengung ist.
Selbstverständlich hilft die Niedergeschlagenheit, die viele nach dem Rauchstopp empfinden, nicht, damit wir die Haltung unseres Umfelds positiv wahrnehmen…
Wenn es einen Rat für die Angehörigen gibt, ist es vor allem, uns zu zeigen, dass sie glücklich sind, wenn wir weiterhin rauchfrei bleiben.

Sofiane, 58-jährig
Die Hilfe, bisweilen der sanfte Druck oder das «Zuckerbrot» hilft nichts. Der Rauchstopp ist eine persönliche Angelegenheit, und wer jemand zuliebe aufhört, ist zum Scheitern verurteilt. Aber sobald wir in den rauchfreien Bereich eintreten, ist das offene Ohr unserer Angehörigen wichtig.
Das sollten sie akzeptieren:
1) unser Schweigen
2) unsere Konzentrationsprobleme
3) unsere Launen (Euphorie, Heul-, bisweilen Schreikrämpfe)
4) unsere durchwachten Nächte
5) unsere Müdigkeit

Das sollten sie vermeiden:
1) zu viele Fragen stellen
2) Äpfel mit Birnen vergleichen
3) uns bemitleiden

Das sollten sie tun:
1) einfach da sein
2) einfach die Hand halten
3) unsere Verstimmung respektieren (ein Blick genügt)

Literatur