Mein Teenie raucht, und nicht nur Zigis…

Teenage,Couple,Smoking

Obwohl für die unter 16-Jährigen ein Rauchverbot besteht, zeigen Studien, dass 90 Prozent der Menschen, die tabakbedingt sterben, vor 18 Jahren mit Rauchen begonnen haben.

Zahlen und Fakten

In der Schweiz rauchen über 30 Prozent der 15- bis 25-Jährigen. Bei den 15- bis 17-Jährigen scheint der Tabakkonsum rücklaufend zu sein, doch hat er in den letzten Jahren bei den jungen Erwachsenen zugenommen. Rund jeder sechste 15- bis 17-Jährige hat von der Tabakindustrie bereits ein Werbegeschenk erhalten und die Zahl der Minderjährigen, die selber Zigaretten kaufen können, ist immer noch viel zu gross. (1)

Sucht Schweiz schlägt Alarm: 51 Prozent der Jungen und 35 Prozent der Mädchen unter 15 haben bereits E-Zigaretten ausprobiert. Die neuen Generationen elektronischer Zigaretten zeichnen sich durch mildere Aerosole aus, namentlich dank einer neuen Nikotinart mit tiefem pH-Wert: den Nikotinsalzen. Der Dampf ist weniger irritierend und das Inhalieren darum einfacher, weshalb eine schnellere und grössere Nikotinzufuhr möglich und so die Suchtgefahr gesteigert wird. 200 Mal paffen entspricht etwa 10 Zigaretten.

Influencers im Solde der Tabakindustrie

Die Sozialen Medien sind eine der wichtigsten Spielwiesen für die Einflussnahme der Tabakindustrie. Diese bezahlt Influencers dafür, ihre neuen Tabakprodukte zur Norm zu machen; und nicht nur Tabak, auch Einweg-Systeme, Schnupftabak, Snus, Nikotinbeutel usw. Allen gemeinsam ist das enthaltene Nikotin. 2021 hat British American Tabaco (BAT) über eine Milliarde britische Pfund (1,157 Mrd. Euro) dafür ausgegeben, um für tabakfreies Nikotinpulver (synthetisches Nikotin, auch bekannt als «Nicotine Pouch») in den Sozialen Medien Werbung zu machen. Innert weniger Wochen verzeichnete der Hashtag #lyftsnus 15 Millionen Views. (2) Die Zielgruppe ist ganz klar unsere Jugend.

Teenager: zuerst dampfen, dann rauchen

Eine Studie, die in der Zeitschrift Pediatrics (2020) erschienen ist (4), stellt fest, dass unter US-amerikanischen Teenagern, die nie die Absicht gehabt hatten, mit Rauchen anzufangen, der Konsum von E-Zigaretten mit einem erhöhten Rauchrisiko verbunden ist. 10 Prozent der befragten Teenager, die Tabak rauchten, waren ehemalige Dampfer, während dieser Anteil bei den Nicht-Dampfern lediglich 1,5 Prozent betrug.

Sucht: Puff Bar, die diskrete Zigarette, rauchst du sogar im Unterricht (auf französish)

Einer europäischen Studie aus dem Jahr 2019 zufolge (5) haben 40 Prozent der 15- bis 16-jährigen Schüler:innen schon einmal E-Zigaretten geraucht, 14 Prozent sind regelmässige Konsument:innen und knapp ein Viertel der Europäer:innen, die schon einmal eine E-Zigarette probiert haben, sind Nicht-Rauchende.

Mit ihrem Design, dem kleinen (USB-Stecker-) Format, den grellen Farben und den zahlreichen «Bonbon»-Aromen banalisieren diese Produkte den Nikotinkonsum. Sie sind im Kiosk erhältlich, einfach zu brauchen, diskret und erschwinglich. Daher ist es für unsere Teenies sehr einfach, an sie zu kommen oder sie einfach online zu bestellen.

Rauchende Teenies: Ab wann sind sie süchtig?

Schätzungen gehen davon aus, dass junge Rauchende innert 1,5 Jahren vom regelässigen Konsum zur diagnostizierten Nikotinsucht schlittern. Kinder aus alleinerziehenden Familien sind stärker exponiert als andere.

Jugendliche und Tabak: Informationen für Eltern von Jugendlichen

Quelle : Sucht Schweiz

Es besteht eine Verbindung zwischen bescheidenerem sozioökonomischem Hintergrund und Rauchverhalten im Teenage-Alter, die aber nicht so stark ist wie bei Erwachsenen. Prävention ist unerlässlich, haben die meisten rauchenden Erwachsenen doch als Teenager angefangen und ist das Aufhören umso schwerer, je früher mit Rauchen angefangen wurde..

Die Website zum Konsum im Teenie-Alter für Eltern mit Durchblick

Meinteenager.ch/

Die Website besuchen

Rauchende Teenies: Die Rolle der Eltern

Eltern und Gleichaltrige spielen beim Rauchverhalten von Teenagern eine wichtige Rolle. Wenn Eltern rauchen oder geraucht haben, ist das Risiko grösser, dass es auch ihr Teenager tut oder versucht. Zudem ist das Rauchverhalten der Eltern prädiktiv für den Schritt vom Ausprobieren zum regelmässigen Rauchen. Dabei soll der Vater einen grösseren Einfluss auf die Jungen haben. Wie erwähnt, sind Kinder aus alleinerziehenden Familien stärker exponiert als andere. Sie sehen sich mit der Verhaltensweise nur eines Elternteils konfrontiert, während in einer Familie mit zwei Eltern das Verhalten des einen Teils den Einfluss des anderen dämpfen oder verstärken kann. Wichtig: Auch das Rauchen der Eltern vor Geburt des Kindes scheint eine Wirkung zu entfalten. Schliesslich hat eine kürzlich erschienene Studie ergeben, dass eine Verbindung zwischen rauchenden Eltern und geringerem Willen zum Aufhören besteht. (3)

 Rauchende Teenies: Die Rolle des Umfelds

Des études ont également montré que l’initiation au tabac est aussi favorisée par la pression du groupe des pairs. Cependant, il semble que cette influence joue un rôle surtout Studien haben zudem gezeigt, dass auch der Gruppendruck von Gleichaltrigen den Raucheinstieg fördert. Doch scheint dies eher auf das Experimentieren zuzutreffen und weniger auf die Entwicklung eines regelmässigen Konsums oder einer Abhängigkeit. (4) Eine Studie hat ergeben, dass es viel wichtiger ist, die Jugendlichen zur Abstinenz zu animieren, als sie davon zu überzeugen, nicht mit rauchenden Freunden zu verkehren! Schliesslich wird der Raucheinstieg auch von unerwünschten Ereignissen in der Kindheit gefördert, von psychiatrischen Störungen und vom Konsum von Alkohol oder illegalen Substanzen sowie davon, wie einfach Eltern oder andere Erwachsene Zugriff zur Zigarette gewähren. (5)

Rauchende Teenies: vor Einstieg bewahren und zum Ausstieg verhelfen

Für ein Drittel der jugendlichen Rauchenden besteht das Risiko, an einer tabakbedingten Krankheit zu sterben. Deshalb ist es wichtig, effiziente Präventions- und Rauchstoppprogramme durchzuführen. Die Schule erscheint als idealer Ort, um Präventionsprogramme durchzuführen, doch haben Experimente aus den USA gezeigt, dass diese keine langfristige Wirkung zeitigen.

Il faudrait donc imaginer de nouveaux programmes de prévention scolaire. Pour améliorer leur chance de succès, ces programmes devraient cibler des groupes Es sollten also neuartige Präventionsprogramme für die Schule entwickelt werden. Um ihre Erfolgschancen zu steigern, sollten sie auf Risikogruppen zielen, Gesundheitsfachleute einbeziehen und aktualisierte Instrumente einsetzen. Studien haben gezeigt, dass Antitabak-Programme im Teenage-Alter äusserst wichtig sind, weil in dieser Entwicklungsphase grosse soziale, kognitive, biologische und emotionale Veränderungen stattfinden.

Die Website für Teenager

Feel-OK.ch

Die Website besuchen

Eine weitere Idee sind Entzugsprogramme. Diese scheinen unerlässlich, möchten die meisten rauchenden Teenager doch eigentlich aufhören. Leider erleiden sie aber innert einem Monats wieder einen Rückfall. (5) Die American Lung Association hat das nationale und internationale Rauchstopp-Programm für Teenager «Not On Tobacco» (N-O-T) entwickelt, das sich als wirksam erwiesen hat. Es beruht auf zehn Sitzungen, die von geschulten Moderatoren meist im schulischen Kontext geleitet werden.

Die Studie zum N-O-T hat bei 15 bis 19 Prozent der Beteiligten eine Rauchstopp-Absicht ergeben. Dieser Anteil ist der grösste in der gesamten Literatur. Diese Analyse war auf zwei Jahre ausgelegt. Mit einer Markow-Simulation wurde errechnet, dass in einer Kohorte von 100 N-O-T-Jugendlichen 10 aufhören werden. Das N-O-T-Programm scheint ebenso effizient und wirtschaftlich zu sein wie eine Schulprävention. Jetzt muss es nur noch breit umgesetzt werden!  Dieses Programm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem jede Sitzung andere interaktive Lernstrategien einsetzt, die auf der sozialkognitiven Verhaltenstheorie beruhen. Diese können auch im Alltag angewendet werden und ermutigen bei den 14- bis 19-jährigen Jugendlichen eine freiwillige Veränderung. (9)

Literatur
  1. Le tabagisme chez les 15-25 ans en 2016 – Monitoring suisse des addictions – Addiction Suisse 2017
  2. Tabac : Pour draguer les jeunes, le lobby du tabac joue le coup de poudre – Article de Libération du 16 mars 2021
  3. Di Franza et al (2007). Symptoms of tobacco dependence after brief intermittent use. Arch Pediatr Adolesc Med, 161, 704-710 ; Wittchen et al (2008). What are the high risk periods for incident substance use and transitions to abuse and dependance? Implications for earlc intervention and prevention. Int J Methods Psychiatr Res, 17 (S1), S16-S29
  4. Olusegun Owotomo, Haley Stritzel, Sean Esteban McCabe, Carol J. Boyd, Julie Maslowsky, Smoking Intention and Progression From E-Cigarette Use to Cigarette Smoking, Pediatrics Nov 2020, e2020002881; DOI: 10.1542/peds.2020-002881
  5. EMCDDA and ESPAD (2019), ESPAD Report 2019 — Results from the European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs, EMCDDA–ESPAD joint publications, Publications Office of the European Union, Luxembourg.
  6. Perry LC, Staufacker MJ, Tobacco use. In: DiClemente RJ, Hansen WB, Ponton LE, Eds. Handbook of adolescent health risk behavior. New York, Plenum Press, 1996, p. 53-81
  7. Abrous N, Aubin HJ, Berlin Y et al, Tabac: comprendre la dépendance pour agir. Inserm, rapport technique 2004
  8. Dino GA, Pignataro R, Breland A, Murray PJ, Horn K., Adolescent smoking cessation: promising strategies and evidence-based recommendations., Adolesc Med State Art Rev. 2011 Dec;22(3):614-30, xiii-xiv.
  9. Geri Dino, Kimberly Horn, Abdullahi Abdulkadri, Iftekhar Kalsekar and Steven Branstetter, Cost-effectiveness analysis of the Not On Tobacco program for adolescent smoking cessation, Prevention Science, Volume 9, Number 1 (2008), 38-46, DOI: 10.1007/s11121-008-0082-0
Quelle

Letzte Bearbeitung: