Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

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Die Erläuterung einer der wenigen nicht-medikamentösen Ansätze, die sich bei einer Rauchentwöhnung als wirksam zeigen. Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine Psychotherapie und basiert auf der Annahme, dass Sie Ihre Vorstellungen und Gedanken (Kognitionen), Ihr Verhalten, Ihre Erfahrungen und damit auch Ihre Gefühle bezüglich des Rauchens beeinflussen können.

Der kognitive Aspekt beinhaltet unsere Gedanken, das was sich in unserem Gehirn abspielt, der Art und Weise wie wir über Dinge denken und wie wir sie uns vorstellen.

Hier finden Sie einige Beispiele für Kognitionen, welche die Rauchentwöhnung begünstigen:

Einige Beispiele für Kognitionen, die einen Rückfall begünstigen:

Der Verhaltensaspekt entspricht der Handlung, welche wir in unserem Alltag tun; beispielsweise das Anzünden einer Zigarette, wenn Sie gestresst sind oder wenn Sie über ein kompliziertes Problem nachdenken. Solche Verhaltensweisen werden durch jahrelanges Rauchen erlernt und automatisiert. Es geht darum diese Verhaltensmuster zu erkennen, sie zu analysieren und alternative Verhaltensweisen zu finden, welche sie ersetzen.
Zum Beispiel: Anstatt in der Pause wie gewohnt rauchen zu gehen, gehen Sie eine Treppe hoch, machen Sie für 10 Minuten einen kurzen Spaziergang und essen Sie einen Apfel.

Zigaretten wirken direkt auf das Gehirn (Wirkung von Nikotin auf nikotinerge Acetylcholinrezeptoren) und indirekt (Bewegungsabläufe, Gewohnheiten). Siese beiden Aspekte können wir jedoch nicht trennen. Mit anderen Worten, es ist schwierig die körperliche Abhängigkeit von der psychischen Abhängigkeit getrennt zu betrachten.

Zusammengefasst:

  • Diese Therapie zielt darauf ab, hilfreiche Gedanken zu fördern und diejenigen zu reduzieren, die für das Rauchen förderlich sind.
  • Diese Therapie zielt darauf ab, alternative Verhaltensweisen zu automatischen tabakbezogenen Gewohnheiten (Strategien) zu etablieren.

Wirksamkeit der Kognitiven Verhaltenstherapie

Einzelsitzungen in der Kognitiven Verhaltenstherapie erhöhen die Chancen auf einen erfolgreiches aufhören um etwa 50% (2) (3).

Es ist einer der wenigen nicht-medikamentösen Ansätze, bei welchem wissenschaftlich gezeigt werden konnte, dass er funktioniert. Er kann auch mit der Einnahme von Nikotinersatz, Bupropion (Zyban®) oder Vareniclin (Champix®) unter ärztlicher Überwachung kombiniert werden. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie ist bei einer Kombination einer medikamentösen Behandlung mit einer Psychotherapie noch höher (1).

Ganz konkret ermöglicht die kognitive Verhaltenstherapie das Erlernen von Strategien zur Bewältigung des Rauchdrangs (Vermeidungs- und Ersatzstrategien etc.). Diese ermöglichen es auch, den Rauchstopp langfristig im Hinblick auf eine bessere Lebensqualität zu betrachten. Der Schwerpunkt der Therapie liegt auf dem Erlernen dieser Strategien und auf dem Ziel das Vertrauen des Betroffenen in der eigenen Abstinenzfähigkeit zu stärken.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen, die motiviert sind und das nötige Wissen haben, um mit dem Rauchen aufzuhören, mit grösserer Wahrscheinlichkeit Erfolg haben.

Fachpersonen unterscheiden zwischen der Motivation selbst und drei weiteren Dimensionen: die Einstellung zum Rauchen, die Selbstwirksamkeit (also der Glaube an die eigene Fähigkeit, mit dem Rauchen aufzuhören) und der praktischen Anwendung von Strategien, um die Raucherentwöhnung aufrechtzuerhalten.

Eine Strategie für die sofortige Anwenden

Eine Studie konnte zeigen, dass Rauchende, welche das Rauchverlangen mit den langfristig negativen Folgen des Konsums verknüpften, ihr Craving verringern konnten. Bei Personen, die keine solchen Gedanken etablierten oder sogar an den kurzen positiven Effekt dachten, blieb das Craving hoch. Solche hilfreichen Gedanken unterstützen Sie nebst weiteren Strategien bei Ihrem Rauchstopp (5).

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Schweizerische Gesellschaft für kognitive Verhaltenstherapie

Literatur
  1. Gracía-Gómez L, Hernández-Pérez A, Noé-Díaz V, Riesco-Miranda JA, Jiménez-Ruiz C. Smoking Cessation Treatments: Current Psychological and Pharmacological Options. Revista de Investigaón Clínica, 71, pp. 7-16 (2019).
  2. Lancaster T, Stead LF. Individual behavioural counselling for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017, Issue 3. Art. No.: CD001292. DOI: 10.1002/14651858.CD001292.pub3
  3. Charly Cungi. Thérapie comportementale et cognitive de la dépendance au tabac (Behavior and cognitive therapy for tobacco addiction). La Lettre du Pneumologue • Vol. XI – n° 2 – mars-avril 2008
  4. Christie DH,  Etter JF Validation of English-language versions of three scales measuring attitudes towards smoking, smoking-related self-efficacy and the use of smoking cessation strategies. Addictive Behaviors. 30(5), pp. 981-988 (2005).
  5. Kober, H., Kross, E. F., Mischel, W., Hart, C. L., & Ochsner, K. N. (2010). Regulation of craving by cognitive strategies in cigarette smokers. Drug and alcohol dependence106(1), 52-55.https://doi.org/10.1016/j.drugalcdep.2009.07.017

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