Aufhören mit rauchen für das Herz

Ich liebe mein Herz: Ich höre auf!

Rauchen und kardiovaskuläre Risiken

Das etwa faustgrosse Herz ist der Motor unseres Kreislaufs. Unser Herz schlägt in Ruhe etwa sechzig bis siebzig Mal pro Minute, dabei werden mit jedem Herzschlag rund achtzig Milliliter Blut befördert. Pro Tag entspricht das etwa einer Menge, die in einen Tanklastwagen passt. Das Kreislaufsystem ist das Transportsystem des Körpers: mit dem gepumpten Blut werden Sauerstoff und Nährstoffe zu jeder Körperzelle transportiert und im Gegenzug Abfallprodukte aufgenommen und entsorgt. Wenn die Arterien aber durch Ablagerungen an den Gefässwänden (Arteriosklerose) eingeengt werden, ist der Blutfluss behindert. Gesunde Gefässe sind somit die wichtigste Voraussetzung für eine gut funktionierende Blutversorgung aller Organe und Gewebe.

Wenig Rauchen schützt Ihr Herz nicht!

Das Risiko einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems steigt mit der Dauer des Rauchens und mit der Anzahl und Art der gerauchten Tabakprodukte. Die Stärke der Dosis-Wirkungs-Beziehung ist jedoch nicht linear. Eine Zigarette pro Tag ist fast so gefährlich wie 20 Zigaretten am Tag und erhöht das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls bereits um 40%. Über seinen Status als wichtiger unabhängiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten hinaus hat das Rauchen eine synergistische Wirkung mit anderen wichtigen Risikofaktoren für koronare Herzkrankheiten, wie hoher Cholesterinspiegel, unbehandelte Hypertonie und Diabetes mellitus.

Rauchen schadet dem Herzen

Auswirkungen

Die World Heart Federation hat ein Factsheet veröffentlicht mit wichtigen Informationen zum Rauchen und den Kardiovaskulären Krankheiten.
Bereits eine Zigarette erhöht das Risiko eines Herzinfarktes massiv. Beinahe um halb so viel wie ein ganzes Paket. Männer, welche täglich eine Zigarette rauchen, haben ein Risiko von 46% auf einen Herzinfarkt und ein Risiko von 41% auf einen Schlaganfall, verglichen mit Männern die 20 Zigaretten pro Tag rauchen. Frauen, welche täglich eine Zigarette rauchen, haben ein Risiko von 31% auf einen Herzinfarkt und ein Risiko von 34% auf einen Schlaganfall, verglichen mit Frauen die 20 Zigaretten pro Tag rauchen. Das Rauchen schädigt das Herz und die Blutgefässe. Die arteriosklerotischen Ablagerungen in den Blutgefässen der feinen Herzkranzgefässe, aber auch der hirnzuführenden Arterien werden gefördert. Ebenso werden die Beinarterien in Mitleidenschaft gezogen, mit Folgen von krankhafter Veränderung der Blutgefässe bis hin zum gefürchteten «Raucherbein». Rauchen begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln und erhöht damit die Thrombosegefahr.
Bereits nach einem rauchfreien Tag beginnt das Herzinfarktrisiko zu sinken. Die Raucherentwöhnung bei starken Rauchern reduziert das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung innerhalb von 5 Jahren um 39%. Es gibt Hinweise darauf, dass es nach dem Rauchstopp 10-15 Jahre dauert, bis das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung auf ein Niveau fällt, das dem von Nichtrauchern entspricht. Auch wenn das Risiko sofort abnimmt, sollten Raucherinnen und Raucher so schnell wie möglich aufhören. So kommen die positiven Auswirkungen voll zum Tragen. Weitere Vorteile des Rauchstopps finden Sie hier.

Risiken

Angina pectoris bezeichnet ein Engegefühl, ein Missbehagen oder ein Schmerz im mittleren Brustraum. Diese Krankheit bezeichnet einen Zustand, bei dem Herzkranzgefässe meist aufgrund einer Arteriosklerose stark verengt sind, wodurch das Herz schlecht durchblutet wird.
Raucherinnen haben ein erheblich höheres Herzinfarkt-Risiko als Raucher. Im Tabak enthaltene Stoffe beeinträchtigen das weibliche Hormon Östrogen, das vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Daher kann sich bei einer Frau schon durch einen Konsum von täglich drei bis fünf Zigaretten das Infarktrisiko mehr als verdoppeln. Ausserdem haben Frauen feinere Arterien und Venen, die kranzförmig das Herz umgeben (Koronargefässe) als Männer, sodass chronische Entzündungen durch Rauchen bei ihnen zu einer stärkeren arteriellen Verengung führen können. Frauen, die die Pille nehmen, müssen wissen, dass Rauchen die Thromboseneigung zusätzlich verstärkt. In der Schwangerschaft treffen sämtliche Risiken des Rauchens und des Passivrauchens das ungeborene Kind.
Bei einem Herzinfarkt liegt ein teilweiser oder kompletter Verschluss eines Herzkranzgefässes vor, wodurch Teile des Herzmuskels keinen Sauerstoff erhalten und nach kurzer Zeit absterben. Die Ursache dafür ist meist eine koronare Herzkrankheit.
Zu einem Hirnschlag kommt es, wenn die Blutzufuhr in einem Bereich des Gehirns unterbrochen ist. Man nennt dies auch Schlaganfall, Insult oder Apoplexie. Man unterscheidet drei Formen: den ischämischen Hirninfarkt , die Hirnblutung und die Subarachnoidalblutung.
Nicht nur Raucher leiden unter den schädlichen Auswirkungen des blauen Dunstes, auch Passivraucher haben ein erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzerkrankung zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Das Risiko steigt, je länger man mit Rauchern zusammenarbeitet oder lebt und je mehr Zigaretten «passiv geraucht» wurden. Wer als Nichtraucher dem Rauch von einer bis 19 Zigaretten pro Tag ausgesetzt ist, hat ein um 23 Prozent erhöhtes Risiko, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken. Bei 20 oder mehr Zigaretten steigt das relative Zusatzrisiko um 31 Prozent. Damit ist Passivrauchen kaum weniger gefährlich als aktives Rauchen, das das Risiko einer koronaren Herzkrankheit um 75 Prozent steigert. Im sogenannten Nebenstromrauch, also dem Rauch, der zwischen den einzelnen Zügen an der Zigarette entsteht, ist die Konzentration an Schadstoffen teilweise noch höher als beim direkten Zug an der Zigarette. So ist zum Beispiel die Konzentration an Kohlenmonoxid, Cadmium, Blei und Benzol im Nebenstromrauch höher als im Hauptstromrauch. Da auch die Größe der Partikel beim Passivrauchen kleiner ist als beim aktiven Rauchen, können die Schadstoffe noch leichter in die kleinsten Lungenbläschen, die Alveolen, eindringen und gelangen so direkt in den Blutstrom.
Sind die Arterien der Beine verschlossen, spricht man von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Die Krankheit ist lange beschwerdenfrei. Mit Fortschreiten der PAVK drohen Einschränkungen der Gehfähigkeit und weitere, schwerwiegende Komplikationen. Eine PAVK ist relativ häufig. Hierzulande ist etwa jede fünfte Person über 65 Jahren betroffen.
Der kausale Zusammenhang zwischen Rauchen und Herzkreislauferkrankungen ist gut dokumentiert: das Risiko einer Herzkreislauferkrankung ist 1,5–3 mal höher im Vergleichzu einem Nichtraucher. Das Risiko ist höher bei jüngeren verglichen mit älteren Personen und schon der Konsum von 1 bis 4 Zigaretten täglich resultiert nachweislich in einem erhöhten kardiovaskulären Risiko. Das Risiko steigt progressiv zu der Anzahl gerauchter Zigaretten und den Jahren des Tabakkonsums. Sind andere kardiovaskuläre Risikofaktoren (Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Diabetes etc.) vorhanden, kann der Tabak-/Nikotinkonsum deren negativen Effekte auf den Herzkreislauf verstärken oder beschleunigen. Besonders Risikoreich ist der Tabak-/Nikotin-Konsum bei Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. Bei solchen Patienten ist der Tabakgebrauch mit einem schwergradigen Krankheitsverlauf sowie mit einer hohen Rate von Komplikationen und Tod assoziiert. Ein erhöhtes Risiko haben auch Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit, die dem Passivrauch exponiert sind.
Die Chemikalien im Zigarettenrauch lassen die Zellen, die die Blutgefässe auskleiden, anschwellen und sich entzünden. Dies kann die Blutgefässe verengen und zu vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Weitere Tabakprodukte

Elektronische Zigaretten sind mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die in diesen Produkten enthaltenen toxischen Substanzen können zu einer Beeinträchtigung der Endothelfunktion, Verengung der Arterien, erhöhter Herzfrequenz und erhöhtem Blutdruck führen. Die von elektronischen Zigaretten erzeugten Aerosole enthalten giftige Chemikalien, die sowohl für Verbraucher als auch für Nicht-Konsumenten schädlich sind und daher mit spezifischen Gesundheitsrisiken verbunden sind. Wenn elektronische Nikotininhalatoren in Kombination mit dem Rauchen verwendet werden, was bei der Mehrheit der Benutzer gängige Praxis ist, werden die gesundheitsschädlichen Wirkungen von zwei oder mehr Produkten kombiniert. Die genauen Auswirkungen dieser Produkte auf die kardiovaskulären Erkrankungen sind noch nicht ausreichend bekannt, und es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich. In der Zwischenzeit ist Vorsicht geboten. Das Fehlen endgültiger wissenschaftlicher Erkenntnisse über die geringsten potenziellen Risiken dieser Produkte kann keinesfalls als Beweis gewertet werden, dass die Produkte nicht gesundheitsschädlich sind.
Schnupf- und Kautabak enthalten gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe und das in ihnen enthaltene Nikotin birgt die Gefahr der Abhängigkeit. Die Gesundheitsgefährdung durch rauchlose Tabakprodukte ist zwar geringer als durch Rauchtabak, diese Produkte sind aber keineswegs harmlos: Sie verursachen Krebs im Mundbereich, erhöhen das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen, gefährden die Schwangerschaft und das Ungeborene und schädigen Zahnfleisch und Zähne.
Bei den Shishas wird der Rauch durch ein mit Wasser gefülltes Gefäss gezogen. Durch das Wasser im Gefäss wird der Rauch soweit abgekühlt, dass er tiefer inhaliert werden kann und so auch die letzten Verästelungen der Lungenblässchen erreicht und Schaden anrichtet. Shishas können zahlreiche schädliche Auswirkungen auf Herz und Blutgefässe haben, was langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. Eine Shisha-Session liefert 10-mal mehr Kohlenmonoxid als eine herkömmliche Zigarette. Betrachtet man das Rauchvolumen, sind es sogar 100 Zigaretten. Zudem versteift das Rauchen von Shishas die Arterien – und zwar genauso wie herkömmliche Zigaretten. Eine arterielle Gefässsteifigkeit gilt bereits als Vorbote für Arteriosklerose und mögliche Folgeereignisse wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte.
Viele, vor allem junge Menschen, weichen auf "Snus" aus, Säckchen mit Kautabak, die unter die Lippe geschoben werden. Das ist leider nicht weniger gesundheitsschädlich. Rauchloser Tabak ist keineswegs eine bessere Alternative zum Glimmstängel. Er erhöht das Risiko von Mundhöhlenkrebs, steht in Verbindung mit der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und kann das Risiko für eine koronare Herzkrankheit erhöhen.

Sie rauchen und sorgen sich um Ihr Herz?

Der Fagerström-Test ist ein weltweit anerkanntes Verfahren, um die Stärke der Abhängigkeit zu messen.

Einzelberatungen und Gruppenkurse
In Einzelberatungen vor Ort sowie bei der Rauchstopplinie erhalten Sie eine individuelle Beratung zum Rauchstopp. Im Mittelpunkt stehen die Analyse Ihrer Rauchgewohnheiten und der Einsatz von Methoden, die Ihren Bedürfnissen angepasst sind.

In Gruppenkursen gehen Sie den Rauchstopp in einer Gruppe an, was die gegenseitige Unterstützung fördert. Sie richten sich an Personen, die mehrmals vergeblich versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören.

Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, gibt es für Sie die Möglichkeit, sich einer Herzgruppe anzuschliessen. Herzgruppen bieten das motivierende Umfeld, um nach einer Herzerkrankung wieder fit zu werden und es zu bleiben.