Angina pectoris: Rauchen ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose.

Human,Circulatory,System,Heart,Anatomy.,3d

Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris ist eine Erkrankung der Herzkranzgefässe, typischerweise durch das Auftreten von Plaques (Atheromen) an der Innenwand der Blutgefässe, die das Herz mit Blut versorgen. Wenn sie sich so sehr verengen, dass das Blut nicht mehr rechtzeitig zum Herzmuskel gelangt, tritt ein Herzschmerz auf, der Angina pectoris genannt wird. Dies geschieht meist bei körperlicher Anstrengung.

Da die Herzkranzgefässe teilweise verschlossen sind, gelangt nicht genügend Blut zum Herz, der einen Schmerz oder ein Missbehagen in der Brust auslöst. Weitere Symptome einer Angina pectoris sind Atemnot, Beklemmung, Schweissausbrüche und Übelkeit. In leichten Fällen ist auch ein symptomfreier Verlauf möglich. Treten die Schmerzen mit grösseren Intervallen auf, liegt eine stabile Angina pectoris vor. Ist eine Arterie fast ganz verschlossen, treten die Schmerzen oft und stark auf: eine instabile Angina pectoris.

Wenn eine Herzkranzader komplett verstopft ist, führt dies zum Herzinfarkt. Angina pectoris ist eine häufige Krankheit, die hauptsächlich über 50 Jährige trifft. Vermeidbare Risikofaktoren sind: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhter Cholesterinspiegel.

Rauchen als Risikofaktor für Angina pectoris

Ein wichtiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten ist das Rauchen. Eine Metaanlyse von 141 wissenschaftlichen Studien hat ergeben, dass das Rauchen von nur einer Zigarette pro Tag das Risiko einer koronaren Erkrankung beinahe verdoppelt. Und das Risiko durch 20 Zigaretten pro Tag ist doppelt so gross wie durch eine Zigarette. (1) Bei den Raucherinnen beträgt der Anteil der koronaren Erkrankungen, die tabakbedingt sind, in allen Altersklassen mindestens 70 Prozent. (2)

Eine Studie mit 4000 Personen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, hat ergeben, dass das Risiko einer Angina pectoris nach einem Infarkt bei den Rauchenden 1,5 Mal grösser ist. (3)

8 Stunden nach dem Rauchstopp hat der Körper das Kohlenmonoxid ausgeschieden, der Sauerstoffgehalt des Blutes ist wieder normal!

Inwiefern fördert das Rauchen Angina pectoris?

Rauchen stellt einen Risikofaktor für Angina pectoris dar, weil es Arteriosklerose («Arterienverkalkung») fördert und zu Verkrampfungen der Blutgefässe führt, also deren Motorik beeinträchtigt. Folgende tabakbedingte Mechanismen tragen zur Bildung von Plaques (Atheromen) im Blutgefäss bei: Funktionsstörung des Endothels, Entzündung und verändertes Lipidprofil. Bei einer Gefässverkrampfung führt eine Kontraktion der Gefässwand (Spasmus) zu einer plötzlichen Verengung des Arterienkalibers. Wenn es in einem Herzkranzgefäss zu einer kompletten Spasmus kommt, der die Ader komplett verschliesst, spricht man von einer spastischen Angina pectoris.

Schnelle Risikominderung nach Rauchstopp

Der Nutzen des Rauchstopps wird in allen Stadien koronarer Herzkrankheiten offenbar. Eine Studie mit 4000 Herzinfarkt-Patientinnen und -Patienten (Nichtrauchende, Rauchende, solche, die vor dem Infarkt, andere, die im Jahr nach dem Infarkt aufgehört haben) hat insbesondere ergeben, dass der Rauchstopp nach einem Infarkt schon nach einem Jahr Wirkung zeigt; zu diesem Zeitpunkt besteht zwischen Nichtrauchenden und Ex-Rauchenden bei der Häufigkeit von Angina pectoris und bei der Lebensqualität kein Unterschied mehr. (4)

Quellen
  1. Hackshaw A, Morris JK, Boniface S, Tang JL, Milenković D.Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports. BMJ. 2018 Jan 24;360:j5855. doi: 10.1136/bmj.j5855.
  2. Tolstrup JS1, Hvidtfeldt UA, Flachs EM, Spiegelman D, Heitmann BL, Bälter K, Goldbourt U, Hallmans G, Knekt P, Liu S, Pereira M, Stevens J, Virtamo J, Feskanich D. Smoking and risk of coronary heart disease in younger, middle-aged, and older adults. Am J Public Health. 2014 Jan;104(1):96-102. doi: 10.2105/AJPH.2012.301091. Epub 2013 Jun 13.
  3. Donna M. Buchanan, Suzanne V. Arnold, Kensey L. Gosch, Philip G. Jones, Lance S. Longmore, John A. Spertus, Sharon Cresci, Association of Smoking Status With Angina and Health-Related Quality of Life After Acute Myocardial Infarction, Am J Public Health. 2014 Jan;104(1):96-102. doi: 10.2105/AJPH.2012.301091. Epub 2013 Jun 13.
  4. Donna M. Buchanan, Suzanne V. Arnold, Kensey L. Gosch, Philip G. Jones, Lance S. Longmore, John A. Spertus, Sharon Cresci, Association of Smoking Status With Angina and Health-Related Quality of Life After Acute Myocardial Infarction, Am J Public Health. 2014 Jan;104(1):96-102. doi: 10.2105/AJPH.2012.301091. Epub 2013 Jun 13.

Letzte Bearbeitung: