Schlafapnoe (OSAS) und Tabak

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Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom tritt häufig auf und kann gravierende Folgen haben. Ursache: eine Verengung der oberen Atemwege.

Risikofaktoren

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) betrifft 3 bis 7 Prozent der erwachsenen Männer und 2 bis 5 Prozent der erwachsenen Frauen. Folgende Faktoren tragen zu einem erhöhten OSAS-Risiko bei:

Was passiert bei einer Schlafapnoe?

Die Atmung ist während dem Schlaf unregelmässig. Sie wird wiederholt kurzfristig während über 10 Sekunden unterbrochen (Apnoe, Atemstillstand) oder deutlich verringert (Hypopnoe).

Mit dem reduzierten Luftstrom gehen eine geringere Sauerstoffaufnahme ins Blut und kurze Weckreaktionen einher.

In 90 Prozent der Fälle geht das Schlafapnoe-Syndrom auf eine Verengung der oberen Atemwege zurück.

Häufigste Symptome eines OSAS

Risiken des OSAS

Das OSAS stellt insbesondere in folgenden Zusammenhängen ein Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko dar:

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben den Zusammenhang wischen OSAS und den Hauptmechanismen der Arteriosklerose nachgewiesen: oxidativer Stress, Aktivierung von Entzündungszellen, erhöhte Entzündungsmarkerwerte. (5)

Die Sterblichkeit nimmt mit dem Schweregrad des OSAS zu. In einer Studie mit 385 OSAS-Patienten wiesen diejenigen mit einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von über 20 eine grössere Sterblichkeit aus als die anderen. (6) Kranke mit mässigem OSAS und einem AHI von über 20 haben nach 5 Jahren eine Übersterblichkeit von 13 Prozent, während sie für die milderen Formen bei 4 Prozent liegt. (7)

Tabak als Risikofaktor?

Die wissenschaftlichen Daten zu einer Assoziation zwischen Tabakkonsum und Schlafapnoe-Syndrom sind begrenzt und umstritten. Oft sind die Testgruppen zu klein, um echte Unterschiede zwischen Rauchenden und Nicht-Rauchenden festzustellen. Eine Metastudie aus dem Jahr 2018, die 14 Studien miteinander verglich, hat ergeben, dass OSAS nicht mit Tabakkonsum, aber positiv mit Alkohol assoziiert ist. (8)

2021 hat eine Studie mit 384 OSAS-Patienten ein häufigeres Auftreten von schwerem OSAS bei rauchenden Männern mit einem Body-Mass-Index von weniger als 30 festgestellt. (9) Eine andere Studie kam zum Schluss, dass für Tabak zwar keine Einzelwirkung für OSAS vorliegt, bei OSAS-Patientinnen und ‑Patienten die Tageszahl Zigaretten, die Jahreszahl Pakete und die Abhängigkeit (Fagerström-Test) aber grösser waren. Dasselbe galt für die Prävalenz von Herz-Kreislauf-Komorbiditäten. (10) Eine andere Studie mit 3613 OSAS-Patienten aus dem Jahr 2018 legt nahe, dass Aktiv-Rauchende früher im Leben und mit stärkerer Ausprägung von OSAS betroffen sein können. (11)

Der Zigarettenrauch kann die mechanischen und neuronalen Eigenschaften der oberen Atemwege verändern. (12) Das Rauchen ist auch mit der Entzündung der Atemwege und einem Ödem assoziiert, was zu einer Verengung der Atemwege führt. (13)(14)

Eine Studie mit 151 diagnostizierten OSAS-Patienten hat ergeben, dass bei den Nicht-Rauchenden der Anteil der Probanden mit leichtem oder mässigem OSAS grösser war als bei den Rauchenden. Daneben war aber der Apnoe-Hypopnoe-Index in der Gruppe der Rauchenden höher als bei den Nicht-Rauchenden. (15)

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und Tabak: erhöhte Herz-Kreislauf-Risiken

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) stellt für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Morbidität einen schwerwiegenden Risikofaktor dar. Dasselbe gilt für den Tabakkonsum. Sowohl der Arteriosklerose als auch den Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen die pathophysiologischen Mechanismen des oxidativen Stresses und der Entzündung zugrunde. Zwischen Tabakkonsum, Schlafapnoe und gewissen biochemischen Markern für Herz-Kreislauf-Risiken besteht eine synergetische Wirkung. (15)

Bei OSAS-Patientinnen und ‑Patienten ist der Tabakkonsum mit erhöhten Entzündungsmarkerwerten assoziiert. Eine Studie hat gezeigt, dass Menschen mit OSAS, die seit mindestens 5 Jahren über 20 Zigaretten am Tag rauchen, signifikant höhere Werte an Triglyceriden, CRP-Entzündungsmarkern, Haptoglobin und Ceruleoplasmin sowie signifikant tiefere Werte an Lipoproteinen hoher Dichte aufweisen als gleichaltrige Nichtrauchende, die an schwerem OSAS leiden. (16)

Somit weisen OSAS-Patientinnen und ‑Patienten, die mindestens ein Paket pro Tag rauchen, ein höheres Herz-Kreislauf-Risiko auf als solche, die nicht rauchen, oder als Menschen mit mässigem OSAS. (17)

Einen OSAS-Risikofaktor ausschalten: ein guter Grund für den Rauchstopp!

Bei den OSAS-Patientinnen und ‑Patienten sollte der Tabakentzug (neben der Gewichtsabnahme) Teil der Behandlung sein.

Literatur

(1) NM Punjabi, The epidemiology of adult obstructive sleep apnea- Proceedings of the American Thoracic Society, 2008
(2) HAS. Dispositifs médicaux et prestations associées pour traitement de l’insuffisance respiratoire et del’apnée du sommeil. Note de cadrage 30 mars 2011.
(3) SPLF, SFAR, SFC, SFMT, SFO, SP, SFRMS. Syndrome d’apnées hypopnées obstructives du sommeil de l’adulte. Recommandations pour la pratique clinique. Rev Mal Respir 2010;27 :806-833.
(4) idem
(5) L Lavie, P Lavie, Smoking interacts with sleep apnea to increase cardiovascular risk- Sleep medicine, 2008
(6) He J, Kryger MH, Zorick FJ, Conway W, Roth T. Mortality and apnea index in obstructive sleep apnea. Experience in 385 male patients. Chest 1988;94:9–14
(7) HAS. Dispositifs médicaux et prestations associées pour traitement de l’insuffisance respiratoire et de l’apnée du sommeil. Note de cadrage 30 mars 2011
(8) Taveira, K., Kuntze, M. M., Berretta, F., de Souza, B., Godolfim, L. R., Demathe, T., De Luca Canto, G., & Porporatti, A. L. (2018). Association between obstructive sleep apnea and alcohol, caffeine and tobacco: A meta-analysis. Journal of oral rehabilitation45(11), 890–902.
(9) Esen, A. D., & Akpinar, M. (2021). Relevance of obstructive sleep apnea and smoking: Obstructive sleep apnea and smoking. Family practice38(2), 181–186.
(10) Piotr Bielicki, Anna Trojnar, Piotr Sobieraj (2018). The impact of smoking status on obstructive sleep apnea (OSA) severity. European Respiratory Journal Sep 2018, 52 (suppl 62) PA4356.
(11) Ioannidou, D.; Kalamaras, G.; Kotoulas, S.-C.; Pataka, A. (2021). Smoking and Obstructive Sleep Apnea: Is There An Association between These Cardiometabolic Risk Factors?—Gender Analysis. Medicina 2021, 57, 1137.
(11) R Kashyap, LM Hock, TJ Bowman Higher prevalence of smoking in patients diagnosed as having obstructive sleep apnea- Sleep and Breathing, 2001
(12) NM Punjabi, The epidemiology of adult obstructive sleep apnea- Proceedings of the American Thoracic Society, 2008
(13) Kales A, Cadieux RJ, Bixler EO, et al. Severe obstructive sleep apnea-I: onset, clinical course, and characteristics. J Chronic Dis 1985;38:419–425
(14) Speizer FE. Occupational and environmental lung diseases: an overview. Environ Health Perspect 2000;108 (suppl 4):603–604
(15) L. Boussoffara, N. Boudawara, M. Sakka, J. Knani, Smoking habits and severity of obstructive sleep apnea hypopnea syndrome, Revue des Maladies Respiratoires
Volume 30, numéro 1 pages 38-43 (janvier 2013)
(16) L Lavie, P Lavie, Smoking interacts with sleep apnea to increase cardiovascular risk- Sleep medicine, 2008

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