Rauchstopp, Gewichtszunahme und Craving

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Essen Sie alles, was Ihnen unter die Hände, besser: vor den Mund kommt? Dieser Heisshunger heisst Food Craving.

Was ist Craving?

Mit Craving ist die unbezähmbare Lust, der zwanghafte, dringende und zwingende Wunsch nach einer Substanz gemeint, der bei Einnahme einer kleinen Menge auftritt (Droge, Alkohol, Zigarette, Schokolade).

Es kann mehrmals am Tag, auch unabhängig vom effektiven Konsum, und noch Jahre nach dem erfolgreichen Entzug auftreten!

Das Craving dauert nur wenige Minuten.

Halten Sie dank Ablenkungsstrategien durch!

Food Craving (Heisshunger) ist der kaum zu kontrollierende zwanghafte Drang, etwas zu essen, das man besonders gern hat; zum Beispiel Schokolade. 

Dabei handelt es sich um einen subjektiven, impulsbedingten Motivationszustand.

Oft stellt es eine reflexartige Reaktion auf Stress dar, auf Müdigkeit oder besondere emotionale Umstände wie Niedergeschlagenheit.

Der «Craver» oder die «Craverin» erlangt damit ein schnelles Vergnügen und einen gewissen Trost. Das dringende Verlangen nach einem bestimmten Lebensmittel oder einer Gruppe von Lebensmitteln tritt mindestens einmal pro Woche auf.

Es trägt zur Gewichtszunahme, zum Suchterhalt und zur Suchtschwere, aber auch zu einem Rückfall bei. Craving als das dringende Rauchverlangen ist Teil des Nikotinentzugs, kann aber auch nach der Entzugsphase viele Jahre nach dem Rauchstopp noch auftreten.

Eine Studie hat gezeigt, dass 1 Jahr nach dem Rauchstopp 50 Prozent der Ex-Rauchenden Craving periodisch, 10 Prozent monatlich erleben. 

Das Craving ist ein kurz- und langfristiger Prädiktor nach einem Rauchstopp. Daher muss es beim Entzug und bei der Nachbetreuung objektiv gemessen werden. Die Craving-Episoden lassen sich leicht beschreiben, und es ist äusserst hilfreich, dies zu tun.

Offenbar werden Frauen eher von Süssem angezogen, Männer von Salzigem!

Das Craving kann grosse Ausmasse annehmen und zu Esssucht (Bulimie) führen.

So bekämpfen Sie das Craving

Wissenschaftliches zur Gewichtszunahme

Im Vergleich zu einem Vorgehen ohne Programm oder nur mit knappen Anweisungen kann ein personalisiertes Programm zur Gewichtskontrolle die Gewichtszunahme nach Behandlungsende (nach 6 oder 12 Monaten) reduzieren. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann für die Rauchabstinenz eine zusätzliche Hilfe sein.

Im Vergleich mit Rauchenden nehmen Ex-Rauchende nach dem Rauchstopp um durchschnittlich 3,14 kg zu, während ihr Body-Mass-Index (BMI) um 0,82 kg/m2 ansteigt. Diese zusätzliche Gewichtszunahme steht in keinem direkten Zusammenhang mit erhöhten Risiken einer chronischen Erkrankung.

Die geringere Sterblichkeit durch den Rauchstopp wird durch die rauchstoppbedingte Gewichtszunahme also nicht geschmälert. Zudem scheint diese Gewichtszunahme kein erhöhtes Herz-Kreislauf- oder Diabetes-Risiko mit sich zu bringen. Das kann Sie beruhigen, wenn Sie noch mit dem Aufhören zögern.

Wer an einem Praxisprogramm zur Rauchstopphilfe teilnimmt, hat nach 12 Monaten weniger stark zugenommen als jemand, der dies nicht tut.

Die Einnahme von Nikotinersatzmitteln oder Bupropion entfaltet eine kurzfristige Wirkung. Dies bedeutet, dass nach Behandlungsabschluss (durchschnittlich nach 12 Monaten) ein gewisses Risiko der Gewichtszunahme besteht, wenn keine Verhaltensstrategien eingeführt werden.Wenn Sie bei einem früheren Rauchstopp zugenommen haben, empfehlen wir ein Gespräch mit dem Ärztin, dem Tabakspezialist oder der Ernährungsberaterin. So kann sie oder er Sie beim erneuten Rauchstopp begleiten.

Quellen

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