Was ist Hypnose?
Hypnose ist ein Zustand tiefer Aufmerksamkeit und Konzentration. Während der Hypnose konzentrierst du dich auf bestimmte Gedanken, Fotos oder Gefühle. In diesem Zustand richtet sich deine Aufmerksamkeit auf eine Sache. Du lässt dich weniger ablenken.
Fachleute verwenden Hypnose auch medizinisch oder therapeutisch. Dann heisst das Hypnosetherapie oder Hypnotherapie. Eine Person, die Hypnose-Sitzungen leitet, heisst Hypnosetherapeutin oder Hypnosetherapeut.
Das Wort Hypnose stammt aus dem Altgriechischen: Hypnos ist in der griechischen Mythologie der Gott des Schlafes. Hypnose hat aber weder mit Schlaf noch mit Magie zu tun.
Während der Hypnose konzentrierst du dich, bist wach und bei Bewusstsein. Unter Hypnose nimmst du neue Reize besser auf.
Hypnose hilft dir, Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu ändern. Du gehst besser mit Gefühlen und Angstzuständen um. Sie unterstützt dich zum Beispiel beim Rauchstopp oder beim Bewältigen von Ängsten und Stress.
Wer macht Hypnosetherapie?
Eine Hypnosetherapeutin oder ein Hypnosetherapeut wendet Hypnose medizinisch oder therapeutisch an.
In der Schweiz gibt es keine einheitlichen Gesetze für Hypnose. Fachgesellschaften sind zum Beispiel die:
- Schweizerische Gesellschaft für medizinische Hypnose (SMSH)
- Schweizerische Gesellschaft für klinische Hypnose und Hypnotherapie (GHypS)
Beide Gesellschaften verlangen einen medizinischen Grundberuf. Bevor jemand Hypnose leiten darf, muss diese Person einen der folgenden Berufe gelernt haben:
- Ärztin oder Arzt
- Pflegefachperson
- Zahnärztin oder Zahnarzt
- Physiotherapeutin oder Physiotherapeut
- Psychotherapeutin oder Psychotherapeut
Einige Leute nutzen Hypnose in nicht-medizinischen Bereichen. Beispielsweise eine Fachperson für Mentaltraining oder ein Coach.
Hier findest du weitere Informationen und die Kontaktdaten von Fachleuten in deiner Nähe:
- Schweizerischer Verband für Hypnosetherapie
- Schweizerische Gesellschaft für klinische Hypnose und Hypnotherapie
- Schweizerische Gesellschaft für medizinische Hypnose
- Organisation der Schweizer Hypnotherapeuten
Wähle eine Fachperson mit anerkannter Ausbildung in Hypnosetherapie. Sei vorsichtig, wenn dir jemand Erfolg garantiert.
Welche Beschwerden behandelt die Hypnosetherapie?
Die Hypnosetherapie hilft bei vielen Problemen. Zum Beispiel:
- zum Bewältigen von Ängsten oder bestimmten Phobien
- zum Ändern bestimmter Gewohnheiten, beispielsweise für den Rauchstopp
- zum Bewältigen von Stress
- für ein besseres Selbstvertrauen oder einen höheren Selbstwert
- zum Lösen von mentalen Blockaden
- zur Vorbereitung auf eine Operation oder Sportwettkämpfe
Die Hypnosetherapie ersetzt keine medizinische Behandlung oder Medikamente. Fachleute integrieren sie in deinem Behandlungsplan als zusätzliche Therapie.
Wie wirksam ist Hypnose beim Rauchstopp?
Wissenschaftliche Studien zeigen: Hypnose allein erzielt keine besseren Ergebnisse als andere Methoden, zum Beispiel Psychotherapie.
Forschende haben Hypnose in Kombination mit unterstützenden Gesprächen oder Nikotin-Ersatzmitteln untersucht. Das Ergebnis: Personen, die Hypnose mit weiteren Behandlungen kombinieren, schaffen häufiger den Rauchstopp als Personen, die keine Hypnose anwenden.
Diese Ergebnisse sind jedoch nicht eindeutig, weil:
- die Studien nur wenige Personen untersuchten,
- ihre Qualität begrenzt ist und
- die Ergebnisse von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sind.
Andere Studien zeigen: Die kombinierte Hypnose funktioniert besser, wenn sie mehrere Sitzungen über einen längeren Zeitraum umfasst. Der Erfolg hängt auch von der verwendeten Technik ab.
Wie laufen die Sitzungen für den Rauchstopp ab?
Jede Sitzung beginnt mit einem Gespräch. Das Gespräch klärt folgende Fragen:
- Warum rauchst du?
- Wann spürst du das stärkste Verlangen nach Rauchen?
Anschliessend versetzt dich die Hypnosetherapeutin oder der Hypnosetherapeut in eine hypnotische Trance. Das ist ein Zustand tiefer Entspannung und Konzentration.
In diesem Zustand nimmst du Vorschläge der Therapeutin oder des Therapeuten besser auf. Du denkst über deine Rauch-Gewohnheiten nach. Während der Sitzung bist du wach und behältst die Kontrolle.
Am Ende bekommst du Übungen für die Selbsthypnose zu Hause.
Die Anzahl der Sitzungen ist bei jeder Person anders. Deine Motivation für den Rauchstopp entscheidet über den Erfolg. Auch die Qualität der Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten ist wichtig.
Wer bezahlt die Sitzungen?
Die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz zahlt keine Hypnosesitzungen. Das bedeutet: Du musst die Kosten selbst bezahlen.
Hast du eine Zusatzversicherung? Prüfe deinen Vertrag, ob die Zusatzversicherung die Behandlung abdeckt. Dann bezahlt die Krankenkasse.
Bei Fragen wendest du dich am besten an deine Krankenkasse.
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Quellen
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Carmody, T., Duncan, C., Simon, J., Solkowitz, S., Huggins, J., Lee, S., & Delucchi, K. (2008). Hypnosis for smoking cessation: A randomized trial. Nicotine & Tobacco Research, 10(5), 811–818. https://doi.org/10.1080/14622200802023833
