Ich bin schwanger und rauche: Muss ich jetzt aufhören?

Am besten ist es, wenn du sofort mit dem Rauchen aufhörst, sobald du von der Schwangerschaft erfährst. Manchmal gelingt das nicht sofort. Auch wenn du erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft aufhörst, ist das ein Erfolg.

Untersuchungen zeigen: Viele Frauen rauchen weniger oder hören ganz auf, wenn sie erfahren, dass sie schwanger sind. 

Rauchen in der Schwangerschaft ist ein Tabu. Viele Mütter schämen sich, wenn sie weiterrauchen.

Rauchen ist für Mutter und Kind schädlich und verursacht viele Probleme. Welche? Das erfährst du hier. 

Was macht Nikotin in der Schwangerschaft?

Nikotin und andere Schadstoffe aus Zigaretten sind giftig und krebserregend.

Das Nikotin gelangt über die Plazenta in das Kind. Der Nikotinspiegel im Blut des Kindes ist um etwa 15 Prozent höher als der im Blut der Mutter.

Wenn eine Schwangere raucht, entsteht mehr Kohlenmonoxid im Blut. Dieser Stoff verdrängt den Sauerstoff. Dein Kind hat dann auch weniger Sauerstoff im Blut. Daher kann sich das Kind nicht so gut entwickeln. 

Außerdem haben rauchende Schwangere öfter Entzündungen. Schon in den ersten Wochen deiner Schwangerschaft zeigt sich, wie stark Rauchen Mutter und Kind belastet.

Was passiert in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft?

  • Rauchende Frauen haben öfter Fehlgeburten.
  • Auch das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft steigt. 

Was bewirkt Rauchen bei deinem ungeborenen Baby?

  • Die Kinder von Raucherinnen sind oft leichter. Dieses Risko sinkt, wenn Frauen in den ersten 12 Wochen aufhören zu rauchen.
  • Bei rauchenden Schwangeren löst sich häufiger die Plazenta vorzeitig ab. Die Plazenta ist auch der sogenannte Mutterkuchen. Das kann für Mutter und Kind gefährlich werden. Es kann zu Blutungen kommen oder das Baby wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
  • Die Fruchtblase reisst bei Raucherinnen öfter und früher.
  • Daher werden Babys von Raucherinnen häufig früher geboren.  

Welche Probleme haben Neugeborene von Raucherinnen?

  • Babys von Raucherinnen haben öfter eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.
  • Sie haben mehr Erkrankungen der Atemwege, Ohrentzündungen und Erkältungen.
  • Kinder von Raucherinnen sterben öfter an plötzlichem Kindstod.
  • Das Baby hat Entzugssymptome nach der Geburt. Es schläft beispielsweise schlechter, zittert oder reagiert schreckhaft auf Geräusche.

Auch E-Zigaretten oder Snus enthalten Nikotin. Das schadet deinem ungeborenen Kind und führt zu ähnlichen Problemen, wie das Rauchen von Zigaretten und erhitzten Tabak.

Was sind die langfristigen Folgen für mein Kind?

  • Kinder von Raucherinnen haben häufiger ein Aufmerksamkeitsdefizit oder sind hyperaktiv.
  • Sie haben häufiger Probleme beim Lernen.
  • Sie bekommen häufiger Allergien.
  • Kinder von rauchenden Eltern beginnen öfter und schneller mit dem Rauchen. Warum das so ist, erfährst du auf unserer Webseite: Rauchende Eltern, rauchende Kinder?

 

Was tun, wenn ich nicht mit dem Rauchen aufhören kann?

  • Rauche möglichst wenig.
  • Hast du starke Entzugssymptome? Dann kannst du auch Nikotin-Ersatzprodukte verwenden. Unsere stopsmoking-Beratenden beantworten deine Fragen dazu.
  • Auch Passivrauch ist gefährlich. Dein Partner oder deine Partnerin sollte nicht in deiner Nähe rauchen.
  • Du, dein Partner, deine Partnerin oder Angehörige sollten nicht in der Wohnung sowie in geschlossenen Räumen rauchen. Schädliche Stoffe des Rauchens befinden sich in Polstermöbeln, in Vorhängen oder in der Kleidung.
  • Wasche dir die Hände, nachdem du geraucht hast.
  • Trage ein Oberteil, das du nur zum Rauchen anziehst und das du danach wieder ausziehen kannst.

 

Schwanger und rauchfrei: Wir helfen dir!

Lass dir beim Rauchstopp helfen. Sprich mit den Beratenden von stopsmoking. Das Angebot ist kostenlos und anonym. 

Quellen

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