Alles über E-Zigaretten, erhitzte Tabakprodukte, Nikotin und Nikotinsalz

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Mit der Einführung neuer Technologien hat der Markt der neuen Produkte eine grosse Diversifizierung erlebt.

Diese neuartigen Zigaretten sind zwar weniger schädlich als die herkömmlichen (Verbrennungszigaretten, nicht alle aber gleich.

Wenn Sie mit Rauchen aufhören wollen, sollten Sie sich gut über mögliche Ersatzprodukte informieren!

Es gibt zwei Arten neuer Produkte

  • E-Zigaretten mit Liquid  
  • Tabakerhitzer (Heated Tobacco Producs) mit Tabaksticks 

Verwendet werden drei Arten von Nikotin-Liquiden

  • Gereinigtes Nikotin  
  • Nikotinsalz 
  • Synthetisches Nikotin  

Die E-Zigaretten (Verdampfer mit Liquid) 

Die E-Zigaretten produzieren Dampf. Sie sind als Einweg- und als nachfüllbare Modelle erhältlich. Es bestehen verschiedene Systeme, die alle ohne Verbrennung funktionieren. Die wichtigsten sind: 

  1. Rohrsystem  
  2. Pod-System  
  3. Box- (oder Mod-) System  
  4. Einweg-System 

Der Gehalt an volatilen organischen Verbindungen und die Toxizität des Dampfs hängt vom gewählten Liquid ab und vor allem vom enthaltenen Aromacocktail und von der Heizwendel («coil»), also der Temperatur des Dampfes.  

Die Liquide enthalten pflanzliches Glyzerin (VG) und/oder Propylenglycol (PG), Alkohol, zahlreiche Aromastoffe und Wasser. Sie können Nikotin in drei Formen enthalten: 

  • Gereinigtes Nikotin  
  • Nikotinsalz  
  • Synthetisches Nikotin  

Diese werden nachstehend näher beschrieben.  Bei E-Zigaretten, deren Dampf heisser wird als 100°C, werden geringe Mengen an krebserregendem Acetaldehyd und Formaldehyd festgestellt. 

Die Tabakerhitzer (mit Tabaksticks und Heets – IQOS)  

Die Tabakerhitzer («heat no burn», HNB) erzeugen ein Aerosol. Dies geschieht bei einer unvollständigen Verbrennung mit Pyrolyse.  Analysen haben das systematische Vorliegen volatiler Verbindungen nachgewiesen, namentlich:  

  • Krebserregende Verbindungen: Formaldehyd und tabakspezifische Nitrosamine.  
  • Verbindungen, die Herz-Kreislauf- und Lungen-Erkrankungen verursachen können: Kohlenstoffmonoxid, Kohlendioxid, Stickstoffmonoxid.  
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. (1)(2)  

Aufgrund dieser giftigen Substanzen und der Verwendung von Tabak werden die Tabakerhitzer von Spezialisten nicht als Alternative für die Verbrennungszigarette empfohlen. Betroffen sind die Marken IQOS (Philip Morris), PLOOM (Japan Tobacco) und GLO (British American Tobacco).  

Für den Rauchstopp und den Tabakentzug empfehlen Ärztinnen und Suchtspezialisten in erster Linie die Verwendung von Nikotinersatzstoffen: Microtabs, Kaugummi, Inhalator, Patches und Mundspray. Diese sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. 

Wenn diese Produkte nicht Ihren Erwartungen entsprechen oder Ihnen beim Aufhören nicht geholfen haben, können Sie die E-Zigarette (mit Verdampfer) probieren. Geben Sie das Rauchen definitiv auf und planen Sie den Entzug mit einer Fachperson. 

Um die Toxizität zu senken und den gesundheitlichen Schaden für Sie zu reduzieren, sollten Sie eine E-Zigarette mit nikotinhaltigem Liquid verwenden, denn diese ist weniger schädlich als Verbrennungszigaretten oder Tabakerhitzer (HNB). Doch sind nicht alle Produkte gleich empfehlenswert. Dabei fehlt der Forschung nicht nur die nötige Distanz, es tauchen auch ständig neue Produkte und Technologien auf, die äusserst aggressiv vermarktet werden. Wenn Sie Ihre Gesundheit schützen wollen, können wir Ihnen nur empfehlen, einen kompletten Rauchstopp zu planen und einen vollständigen Nikotinentzug zu schaffen. 

Seien Sie vorsichtig: Kaufen Sie keine Produkte im Internet, im Kiosk oder auf der Strasse. Denn dort erhalten Sie keine zuverlässige Produktinformation und Nikotindosierung, und Sie werden zum Konsum verleitet. 

Nachstehend finden Sie eine Übersicht mit den unterschiedlichen Systemen und ihren Risiken. 

Vergleich_Tabakprodukte

Es gibt drei Arten von Nikotin-Liquiden.

Gereinigtes oder basisches Nikotin (PH ~8) 

In Liquiden sind höchstens 0 bis 2 Prozent (0–18 mg) Nikotin enthalten (europäische Norm). Das Nikotin durchläuft mehrere chemische Prozesse, namentlich auf Natronbasis, um es aus den Tabakblättern zu extrahieren und zu reinigen. Je nach Dosierung verursacht es einen Throat Hit, ein Kratzen im Hals, das mehr oder weniger geschätzt wird. 

Zu Beginn des Tabakentzugs ist es empfehlenswert, keine zu geringe Nikotindosierung zu verwenden. Es sollte ein progressiver Entzugsplan erstellt werden.  

Die Leistung der E-Zigarette (in Watt) und der elektrische Widerstand der Heizwendel (in Ohm) bestimmen die Hitze, die Dampfmenge und somit die Menge des abgegebenen Nikotins. 

Nikotinsalz oder saures Nikotin (PH 5–6) 

Zur Extrahierung von Nikotinsalz wird basischem Nikotin (s. o.) Säure beigesetzt, u. a. Benzoesäure. Dank dem geringen PH-Wert des Salzes setzt das Liquid mehr Nikotin frei und verkleinert den Throat Hit, denn saures Nikotin verursacht eine geringere Reizung und erleichtert die Inhalation. 

Synthetisches Nikotin 

Beim synthetischen Nikotin handelt es sich um künstlich hergestelltes Nikotin, das nicht aus den Tabakblättern stammt. Es setzt sich aus durchschnittlich je 50 Prozent (R)- und (S)-Nikotin zusammen; dies im Gegensatz zu Tabak-Nikotin, das zu 99 Prozent aus (S)-Nikotin besteht. (3) (R)-Nikotin ist problematisch, denn es wirkt sich möglicherweise toxischer auf das Nervensystem aus als (S)-Nikotin, weil es die Acetylcholin-Erzeugung stärker anregt. (Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, mit dem Nervenimpulse und elektrische Signale an andere Zellen weitergeleitet werden.) Dies bedeutet, dass (R)-Nikotin stärker süchtig machen könnte.  

Da synthetisches Nikotin nicht aus der Tabakpflanze gewonnen wird, besteht für seine Vermarktung keinerlei Gesetzgebung oder Normierung. Es findet sich hauptsächlich in den neuartigen Einweg-E-Zigaretten wie Puff Bar, Geek Bar, Life usw., die mit ihren starken Aromen besonders für Jugendliche attraktiv sind. 

* Nikotin die beiden Stereoisomere (S)- und (R)-Nikotin.

Nikotin ist ein äusserst starkes Suchtmittel. Die Spezialistinnen und Spezialisten erachten es als harte Droge. Damit Sie den Entzug schaffen, müssen Sie Nikotin im Liquid äusserst klug dosieren (in mg) und einen progressiven Entwöhnungsplan entwerfen, an dessen Ende Sie mit der E-Zigarette aufhören. 

Zusammensetzung der Liquide 

Es gibt äusserst viele unterschiedliche Liquide, die sich hauptsächlich nach Aromen unterscheiden, aber auch nach PG- bzw. VG-Gehalt (in %).  

Einige sind als Pack erhältlich, andere müssen nach gewünschter Nikotin-Dosierung (mg/ml) nachträglich mit einem Booster (Nikotinshot) angereichert werden.  

So erhalten Sie ein Liquid mit immer derselben Zusammensetzung. 

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